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Grabenlose Verlegeverfahren Entsorgung

Neuverlegung

Rohrvortriebsverfahren

Vortriebsrohre aus PP-HM erfreuen sich steigender Beliebtheit bei der grabenlosen Neulegung. Im Bereich der Vortriebsverfahren wird Concept HL für gesteuerte Pilotrohrvortriebe sowie ungesteuerte Press-Bohr-Verfahren bei der Erstellung von Anschlussleitungen sowie öffentlicher Kanalisation bis ca. DN/ OD 560 mm eingesetzt. Ein entscheidender Vorteil des Materials ist u. a. das leichte Handling auf der Baustelle, da i. d. R. keine Hebefahrzeuge eingesetzt werden müssen. Daneben vereint PP-HM sämtliche für „biegeweiche“ Materialien geltenden Vorzüge. Es ist schweißbar (z. B. Vortriebsrohr mit sogenannter MRS-Verbindung), korrosionsfest, bis 90° Abwassertemperatur einsetzbar, wurzelsicher. Schadensbilder wie Abplatzungen, Riss- und Scherbenbildung können materialbedingt nicht auftreten. Durch ein hohes E-Modul kombiniert mit einer längskraftschlüssigen und nicht auftretenden Muffenverbindung können Concept-HL Vortriebsrohre sehr hohen Schub-, und je nach Aufgabenstellung und Verbindungsart (z. B. MRV-Steckmuffe) auch hohen Zugbelastungen ausgesetzt werden. Für den Einsatz in Wasserschutzgebieten oder aggressiven Medien empfiehlt sich der Einsatz von Vortriebsrohren mit Multi-Raster-Schweißverbindung (MRS). Modifizierte Pilotrohrvortriebsverfahren erlauben heute eine reibungsarme Verlegung bis zu einer Länge von über 70 m.

Abb.: Zielschacht Rohrvortrieb DN/ OD 560 mit Concept HL Vortriebsrohren aus PP-HM

Pilotrohrvortriebe DN 100 bis DN 500, gesteuert

Verfahrensbeschreibung:
Pilotrohrvortriebe werden gleichermaßen zur Erneuerung und Neuverlegung von Anschlusskanälen als auch öffentlichen Sammlern herangezogen. Bei der Verlegung in neuer Trasse erfolgt der Einbau der Vortriebsrohre aus PP-HM aus Pressschächten oder Gruben heraus. Das klassische Verfahren arbeitet in 3-Phasen:

1. Phase: Gesteuerte Pilotbohrung
Diese wird mit Hilfe von Pilotrohren mit optischer Gasse, Steuerkopf, Theodolit mit CCD-Kamera und Monitor durchgeführt. Das Pilotrohr wird durch den Boden bis in die Zielgrube gepresst und dabei Richtung und Neigung ständig überwacht. Im Falle einer Abweichung von der geplanten Solltrasse kann mit der geneigten Steuerspitze jederzeit gegengesteuert und korrigiert werden.

2. Phase: Aufweitbohrung mit Stahlschutzrohren
Am vorgepressten Pilotrohr erfolgt die Anbindung eines Bohrkopfes mit integriertem Stahlschutzrohr (Wiedergewinnbare Stahlschutzrohre, WG-Rohre)  und innenliegender Förderschnecke. Während des sukzessiven Vortriebs der Stahlrohre erfolgt mit Hilfe der Förderschnecke der Bodenaustrag in den Pressschacht.

3. Phase Produktrohreinschub
Im letzten Arbeitsgang erfolgt das Nachschieben der Produktrohre aus PP-HM mit gleichzeitigem Herausdrücken der Stahlrohre.

Beispiel Rohrvortrieb im Pilotrohrverfahren im klassischen 3-stufigen Verfahren auf 50 m Länge. Die Abbildung zeigt Stufe 3, das Einschieben der Produktrohre aus PP-HM. SchoengenTV

Grundvoraussetzung für den Einsatz der klassischen, gesteuerten Pilotrohrbohrtechniken sind verdrängbare Böden. Je nach Randbedingungen sind mit PP-HM Rohren Bohrungen bis maximal 70 m Länge möglich.

In den vergangenen Jahren haben sich einige besondere Verfahrensvarianten in Anlehnung an die Pilotrohrvortriebstechnik entwickelt. Je nach Maschinentechnik und Zubehör sind auch Bohrungen in schwer verdrängbaren Böden oder sogar Fels denkbar. Das Verlegen kann auch zeit- und platzsparend in nur zwei Phasen erfolgen oder unter Vorspannung ähnlich der Verfahrensweise beim Bestlining-Verfahren. Nach DWA-A 125 gehört der Pilotrohrvortrieb zu den unbemannten, steuerbaren Verfahren und wird auch als gesteuertes Press-Bohr-Verfahren bezeichnet.

Einzug von Vortriebsrohren aus PP-HM unter Vorspannung.

Besondere Verfahrensvarianten:

Pilotrohrbohrung mit anschließend innen liegender Förderverrohrung Bore-Pipe-Verfahren mit Rohreinschub 2 Phasiges Pilotrohrvortriebsverfahren bis DN/ OD 560 mm.

Pilotrohrbohrung mit anschließendem Rohreinzug (Rohrstrang oder Einzelrohr) 2 phasiges Pilotrohrvortriebsverfahren bis DN/ OD 330 mm

Pilotrohrvortrieb mit Aufweitstufe und Rohrverspannung, ähnlich dem Rohreinzug beim statischen Berstlining-Verfahren (NEU) bis DN/ OD 630 mm.

Pilotrohrvortrieb mit aktiver Aufweitstufe 3 phasiges Pilotrohrvortriebsverfahren bis DN/OD 560

Pilotrohrvortrieb DN 500 mit Vortriebsrohren aus PP-HM aus 2,0 m Pressschacht

Mittlerweise gehört auch der Einsatz von sogenannten Minibohrlafetten zum Stand der Technik. Diese Erlauben Pilotrohrbohrungen (auch gesteuerte Pressbohrungen genannt) aus vorhandenen Normschächten DN 1000, kleinen Gruben oder Leitungsgräben. Diese Minibohranlagen werden i. d. R. zur Neuverlegung von Hausanschlussleitungen herangezogen. In Anlehnung an die Berliner Bauweise lässt sich diese Technik auch mit der Erneuerung öffentlicher Kanalisationen kombinieren (Z. B. Berstlining, TIP-Verfahren). Mehr hierzu erfahren Sie unter unserer Rubrik grabenlose Erneuerung und Neuverlegung von Anschlusskanälen

Einbau einer Minibohrlafette zur Bohrung eine Anschlusskanals aus einem vorhandenen Schacht (Anlehnung Berliner Bauweise).
Bohren von Anschlusskanälen mit Minibohrlafette (Grundobore 200S von Tracto-Technik) in einem Leitungsgraben.

Press-Bohr-Verfahren, ungesteuert

Auf kürzeren Strecken sowie ausreichend zur Verfügung stehendem Gefälle kann auf das klassische Press-Bohr-Verfahren zurückgegriffen werden. Zunächst erfolgt ein exaktes Einjustieren der Bohranlage auf den Zielbereich sowie dem gewünschten Gefälle. Anschließend wird ein Stahlrohrstrang mit innenliegender Förderschnecke vorgepresst. Der Boden wird dabei durch einen an der Ortsbrust befindlichen Bohrkopf gelöst und mit Hilfe der Förderschnecke abgetragen. Im Zweiten Schritt erfolgt das Austreiben der Stahlrohre mittels Produktrohr aus PP-HM.

Modifizierte Verfahren arbeiten im Hausanschlussbereich auch mit einer Direktverrohrung (1-stufiges Verfahren). Die Förderung des Erdreichs erfolgt hierbei flüssigkeitsgestützt durch das Produktrohr. Bei dieser Art der Verlegung wird in der Regel auf zugfeste Multi-Raster-Verbindungen (MRV) zurückgegriffen.

Ungesteuerte Pressbohrung aus einem Vortriebsrohr DN 2000 mit Minibohr-Lafette.
Startgrube für Schildvortrieb DN 2000 sowie Zwischenlager für Concept HL Vortriebsrohre für die Anschlusskanäle
  • Grube zu Schacht
  • Schacht zu Grube (Anschlusskanäle)
  • Schacht zu Keller (Anschlusskanäle)

Einsatzbereiche:

  • Grabenlose Neulegung von Freigefälleleitungen DN 150 bis DN 500.
  • Grabenlose Erneuerung und Neulegung von Anschlusskanälen, auch aus vorhandenen Schächten heraus in Anlehnung an die Berliner Bauweise.


Vorteile:

  • Sämtliche Vorteile der grabenlosen Verlegetechnik
  • Mit PP-HM Einsatz von verschweißbaren Vortriebsrohren in Wasserschutzzonen möglich
  • Leichtes Handling von PP-HM Vortriebsrohren auf der Baustelle, keine Hebegeräte
  • Hohe technische Nutzungsdauer (Empfehlung DWA Hauptausschuss Entwässerungssysteme das 1,5 – fache der Erneuerung in offener Bauweise).
  • Ermöglicht die grabenlose Erneuerung von Schacht zu Schacht komplett ohne Tiefbauarbeiten.